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August 2004

09aug2004 · Rechtschreibanarchie?

Die Diskussion um die Rechtschreibreform ist lächerlich. Dabei könnte das Problem so leicht gelöst werden, würde man die ganze Schwarz-Weiß-Malerei vernachlässigen und sich um die Lösung des wahren Problems kümmern.

Fakt ist: Einige der neuen Schreibungen sind einfach zum Kotzen. Bei Worten wie “Delfin”, “platzieren” oder “Ketschup” kommt’s mir einfach hoch.

Trotzdem sind einige Aspekte sinnvoll, zum Beispiel die ss/ß-Regelung. “dass” ist doch einfach schöner als “daß”, oder?

Die Lösung des Problems ist ganz einfach: Die “Übergangszeit” wird einfach ins Unendliche verlängert. “Alte” und neue Rechtschreibung bleibt weiterhin gültig. In den Schulen wird allerdings nur die neue gelehrt, die alte aber weiterhin toleriert und nicht als Fehler gerechnet.

Die Entscheidung, wie man schreibt bleibt sowieso jedem selbst überlassen. Es ist auch nicht so, dass man sich auswählen kann, in welcher Rechtschreibung man liest. Entweder man liest den jeweiligen Text so wie er ist, oder eben nicht. Ganz einfach. Lest halt keinen Spiegel mehr, wenn ihr nicht wollt. Schmeißt die alten Schulbücher raus, ignoriert deutsche Literatur seit 1901.

Sinn der Rechtschreibung ist, dass sich unterschiedliche Menschen schriftlich mitteilen können, ohne sich misszuverstehen. Ob man jetzt “Radfahren” oder “Rad fahren” schreibt, ob “17jährig” oder “17-jährig”, ist doch vollkommen egal, oder?

NP: Die toten Hosen—Die zehn Gebote

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